Kriegsaufzeichnungen der Familie Otto Elias

Bei Ausbruch des Krieges lebt Otto Elias mit seiner Familien in der Moosdorfstrasse 13, in unmittelbaren Nähe des Treptower Parks. Otto Elias war in diesen Jahren Verkaufsdirektor der Osram AG in Berlin.

Im Januar 1944 begann Otto Elias mit den Aufzeichnung eines delikaten Tagebuches über, und in einer besonders schwierigen Zeit. Eine Zeit, in der man sehr genau aufpassen musste was man sagte oder aufschrieb. Eine Zeit, in der das Leben für einige nicht viel Wert und ständig in Gefahr war. -Anmerkung der Redaktion-

"Im Stadtleben zeigen sich auch äußerlich auf Schritt und Tritt die Spuren des Krieges. Ich sehe hier ab die Merkmale zu erwähnen, die auf Luftangriffe zurück zu führen sind."
Vorwort von Otto Elias
Die Entwicklungen des Krieges und insbesondere seine Einwirkungen auf unsere Familie veranlassten mich, jetzt noch mit Aufzeichnungen zu beginnen, obwohl wir nun schon im fünften Kriegsjahr stehen. Ich bedaure erst so spät damit zu beginnen, denn es würde für später interessant sein, gerade die Ereignisse der ersten Kriegszeit unter den damaligen Eindrücken aufgeschrieben zu haben. Soweit ich aber auf frühere Gegebenheiten zurück komme, werde ich mich möglichst auf Material dieser zurückliegenden Zeit stützen.

Es sind dies unter anderem Notizen in unseren Vormerkkalendern, die sorgfältig aufbewahrten Feldpostbriefe unsrer beiden Söhne Günter und Kurt, sowie Zeitungsberichte und so weiter. Im Großen und Ganzen werde ich die verflossene Zeit summarische behandeln und Daten nur bei Familienereignissen aufführen. Zweck der Aufzeichnungen soll sein uns für friedliche Zeiten und evtl. kommende Generationen unserer Familie ein Bild zu geben, wie wir diese harte Zeit erleben.
Nicht gewollt ist eine Kritik an den Geschehen, dagegen sollen die Aufzeichnungen festhalten wie die jeweiligen Ereignisse beeindruckten oder in den Ablauf unseres Lebens eingriffen. Wenn Bildmaterial zur Verfügung steht werde ich es beifügen, damit Dinge und Personen auch dem Äußeren nach in Erinnerung bleiben. Ebenso werde ich ab und zu Zeitungsausschnitte zur Illustrierung beifügen.

An alle die dieses Buch in die Hände bekommen richte ich die Bitte, meiner Frau und meinem guten Willen anzusehen, Erlebnisse für später dem Gedächtnis zu erhalten. Denn leider werden selbst die einschneidernsten Begebenheiten zu schnell vergessen. Bei der Mühe die Verwirklichung unserer Absicht macht, dürfen wir erwarten, dass dieses Buch mit Anlagen pfleglich behandelt wird. Gerne würden wir es sehen, wenn es als ein Stück Geschichte unserer Familie weiter gegeben wird.

Otto Elias - Januar 1944